Digitalisierung, Industrie 4.0 und Künstliche Intelligenz sind Schlagwörter, die in den letzten Jahren die Runde gemacht haben.

Profitieren Sie in Ihrem KMU von den Entwicklungen in diesem Bereich?

Sind Sie ein Innovationsmotor in Deutschland, ein „hidden champion“, oder möchten Sie einer werden?

Sind die Maßnahmen der Politik effektiv und bieten sie Ihnen eine ausreichende Unterstützung bei der Umsetzung der Digitalisierung?

Können Sie sich eine Kooperation mit einem Forschungs- und Entwicklungsinstitut oder mit einem IT-Partnerunternehmen vorstellen?

Zu welchem Thema fehlt es Ihnen noch an Information?

Stellen Sie die Weichen für die nächsten 5-10 Jahre.

Vorstellung

Online Fragebogen

Die Umfrage endete am 19. Oktober 2018. Vielen Dank an alle Teilnehmer. Die Ergebnisse werden aufbereitet und nach und nach hier kostenlos zur Verfügung gestellt.

Bereits auffällig war, dass alle Unternehmen auf die Frage „Hat ihr Unternehmen Fördergelder zur Digitalisierung bereits in Anspruch genommen?” mit Nein geantwortet haben. Sie haben dafür eine Erklärung? Bitte treten Sie mit mir in Kontakt. Ich würde mich freuen  Ihre Perspektive und Ansichten mit in meine Arbeit aufzunehmen.

Auswertungen des Fragebogens

Stand: 51 Teilnehmer – Umfrage beendet

Management Summary

Die Bedeutung der Digitalisierung wird in KMUs in der Region von Rheinland-Pfalz und Saarland unterschiedlich bewertet. Ein Drittel der befragten Unternehmen beabsichtigt ein Projekt zur Digitalisierung zu starten. Dagegen ist knapp die Hälfte der Unternehmen der Auffassung, dass die Vorteile der Digitalisierung es nicht rechtfertigen Zeit und Geld in ein solches Projekt zu investieren. Dabei gilt je größer ein Unternehmen ist (Mitarbeiteranzahl und Umsatz), desto eher werden Projekte zur Digitalisierung in den Unternehmen umgesetzt.

Analyse der Auswertung

Kurzzusammenfassung:

Obwohl die Digitalisierung als ein Wettbewerbsvorteil angesehen wird, haben insbesondere kleine Unternehmen (unter 10 Mitarbeiter) zu 93% keine Projekte zur Digitalisierung in Planung. Die Geschäftsführungen haben in ihren Unternehmen auch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit keine automatisierten Prozesse in ihrem Unternehmen. Hieraus ergibt sich ein Handlungsbedarf zur Unterstützung. Bei Unternehmen bis 49 Mitarbeiter ergibt sich eine andere Sachlage. Ein Drittel will ein Digitalisierungsprojekt im nächsten halben Jahr starten. Auch gibt es schon abgeschlossene Projekte, vor allem in Produktion und Einkauf. Ein Drittel ist auf der Suche nach externen Partnern.  Bei diesen Unternehmen ist die Erwartung wettbewerbsfähiger zu werden sowie neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle zu entwickeln sehr hoch (Knapp 70%).

Filter Geschäftsführer:

Knapp 78 % der Geschäftsführer sind in einem Unternehmen tätig, das jährlich weniger als 2 Mio. € Umsatz verzeichnet. Dies legt die Vermutung nahe, dass diese Geschäftsführer in kleinen Unternehmen tätig sind. In der Tat arbeiten in 63,16 % der durch die Geschäftsführer an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen weniger als 10 Mitarbeiter. Es ist konkludent, dass es in diesen Unternehmen zu 70 % keine eigene IT-Abteilung und zu 75 % keine Forschungs- und Entwicklungsabteilung gibt.

Als größter Vorteil der Digitalisierung wurde der Wettbewerbsvorteil genannt (57 % der Antworten). Es entsteht hieraus die Frage, wie ein solch erwarteter Wettbewerbsvorteil ohne Personal generiert werden soll. 85 % der Geschäftsführer gaben an, keine automatisierten Prozesse zu nutzen, bei denen Mitarbeiter wenig oder gar nicht beteiligt sind. Allerdings ist die Automatisierung von Prozessen nur ein Vorteil der Digitalisierung, aber einer, beidem ein hohes Einsparungspotenzial vermutet werden darf.

Gut 63 % der Geschäftsführer gaben an keine Projekte zur Digitalisierung starten zu wollen. Ein Fünftel dagegen beabsichtigt, innerhalb der nächsten sechs Monate mit einem Projekt zu beginnen. In diese Gruppe ist die Innovationskraft des deutschen Mittelstandes zu erkennen. Mit den Fördermaßnahmen für den Mittelstand sind 58% der Geschäftsführer nicht zufrieden. Hier besteht Erklärungs- und Handlungsbedarf.

Filter Abteilungsleiter:

Bei den Abteilungsleitern fällt auf, dass über die Hälfte dem Altersbereich zwischen 50 und 60 Jahren zuzuordnen ist. Überwiegend (87,5 %) sind sie in Unternehmen mit 10 oder mehr Mitarbeitern tätig. Der Wettbewerbsvorteil ist auch nach Angaben der Abteilungsleiter auf Platz 1 der Vorteile der Digitalisierung. Ein Unterschied ergibt sich jedoch zur Gruppe der Geschäftsführer. 62,5 % der Abteilungsleiter sehen auch einen Vorteil in der Fehlerreduktion bei Prozessabläufen und bei 50 % wird ein Vorteil in der Einbindung und der Erweiterung autonomer Prozesse gesehen.

Filter Unternehmen weniger als 10 Mitarbeiter:

Alle Unternehmen dieser Kategorie machen weniger als zwei Millionen € Umsatz pro Jahr. Es ist zu vermuten, dass diese Unternehmen keine eigene IT-Abteilung oder FuE-Abteilung haben, was durch die vorliegende Umfrage bestätigt wird. Danach haben 75 % der Unternehmen in dieser Kategorie keine eigene IT-Abteilung und 80 % keine FuE-Abteilung. Im Umkehrschluss entsteht die Frage wie ein Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern eine eigene IT-Abteilung unterhalten kann. Eine denkbare Erklärung hierzu ist, dass diese Unternehmen der IT-Branche zuzurechnen sind und IT zu ihren Kernkompetenzen zählt.

Fast 93 % der Unternehmen geben an keine Projekte zur Digitalisierung zu starten. Dies scheint auf den ersten Blick ein Widerspruch zur letzten Aussage zu sein. Jedoch gibt es mehrere Gründe, warum keine Digitalisierung betrieben wird. Ein erster Grund ist, dass in der Digitalisierung kein ausreichendes Potenzial gesehen wird, um lohnende Investitionen in dieser Richtung zu tätigen. Ein weiterer Grund ist, dass die Unternehmen Digitalisierung als Dienstleister selbst anbieten. Eine weitere Erklärung ist ein bereits abgeschlossener Digitalisierungsprozess im Unternehmen.

Nur ein Unternehmen gibt in der Umfrage an, ein Projekt zur Digitalisierung vorzubereiten. Überraschend dagegen ist, dass knapp die Hälfte dieser Unternehmen angibt, Vorteile in der Digitalisierung zu sehen. Daraus ergibt sich die Frage wie man diese Klein- und Kleinstunternehmen darin unterstützen kann die Vorteile der Digitalisierung wahrzunehmen.

Filter Unternehmen 10 – 49 Mitarbeiter:

In dieser Kategorie gibt es die größte Rücklaufquote. Zu 62,5 % machen diese Unternehmen einen Jahresumsatz von weniger als zwei Millionen Euro.  Bei einem Drittel liegt der Umsatz zwischen 10 und 50 Millionen Euro. Also skaliert, wie erwartet, der Umsatz mit der Unternehmensgröße. Auch haben 35 % dieser Unternehmen eine eigene IT-Abteilung und aus diesem Grund eine bessere Chance durch die Digitalisierung zu profitieren.

Die Erwartung durch die Digitalisierung zu profitieren zeigt sich darin, dass ein Drittel der hier erfassten Unternehmen innerhalb der nächsten 6 Monaten ein Digitalisierungsprojekt starten will. Ein weiteres Drittel plant ein Projekt bis spätestens in zwei Jahren. 26,7 % geben an kein Projekt in Planung zu haben.

Schlüssiger Weise stellen die Unternehmen dieser Gruppe auch ein Budget für diese Projekte zur Verfügung. Die Budgets reichen bei 28,57 % bis zu 10.000 €, bei ca.15 % von 10.000 € bis 39.000 € und bei weiteren 15 % zwischen 40.000 € und 99,000 €. Diese Gruppe kann als der Innovationsmotor des deutschen Mittelstandes angesehen werden. Auch sind in dieser Gruppe bereits Projekte abgeschlossen. Diese sind hauptsächlich in den Bereichen der Produktion (14,3 %) und Einkauf (14,3 %) zu finden. Folgerichtig erwarten diese Unternehmen auch Vorteile der Digitalisierung. 57,1 % sehen eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit als Vorteil. Weitere Vorteile sind in der Fehlerreduktion von Prozessen und in der Einbindung und Erweiterung automatischer Prozesse zu sehen (jeweils 50 %).

Ein gutes Drittel gibt auch an durch die Digitalisierung neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Hierbei könnte man diese Unternehmen unterstützen. Ein Drittel sind auf der Suche nach einem geeigneten externen Partner und ein weiteres Drittel benötigt Informationen zu Fördermöglichkeiten. Hieraus kann ein Handlungsbedarf abgeleitet werden.

Filter zur Digitalisierung innerhalb der nächsten 6 Monate:

Es ist auffällig, dass über 92% der Firmen in dieser Auswahl eine IT-Abteilung unterhalten.  Davon knapp die Hälfte mit mehr als 10 Mitarbeitern. Die beiden größten Gruppen in diesem Filter sind die Unternehmen mit 10 bis 49 Mitarbeiter (38,5%) und die Unternehmen von 250 bis 499 Mitarbeiter (30,8%). Diese Unternehmen haben auch schon Planungsschritte unternommen. 53,8% dieser Unternehmen bereiten ein Projekt zur Digitalisierung bereits vor.

Ein gutes Drittel ist auf der Suche nach einem gemeinsamen externen Partner. Gut 30% geben an das die eigenen Mitarbeiter noch Fortbildungen zum Thema Digitalisierung benötigen. Eine Antwort aus dem Zusatzfeld ist: „Geschäftsführung muss die Notwendigkeit erkennen“. Dies lässt den Schluss zu, dass Digitalisierung in einem Unternehmen nicht immer Top-Down stattfindet. Die hier betrachteten Unternehmen erwarten von der Digitalisierung Vorteile. Knapp 70% erwarten eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und mit ebenfalls knapp 70% neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle.

Auszug aus den Ergebnissen des Fragebogens

Welche Funktion haben Sie in ihrem Unternehmen?

 

Wie viele Beschäftigte hat Ihr Unternehmen?

Wie viel Umsatz macht Ihr Unternehmen pro Jahr? (in Mio. Euro)

Wie viel Personal (Vollzeitstellen) hat Ihre IT-Abteilung?

Wie viel Personal (Vollzeitstellen) ist vorwiegend mit Forschungs- und Entwicklungsarbeit beschäftigt?

Planen Sie Projekte zur Digitalisierung in Ihrem Unternehmen zu starten?

Wie groß ist das Budget für die Digitalisierung pro Jahr? (in Tausend Euro)

Welche Schritte sind für die Digitalisierung in Ihrem Unternehmen notwendig?

46,5 % Wir benötigen keine weiteren Schritte.

30,2 % Wir bereiten ein Projekt zur Digitalisierung von Prozessen in unserem Unternehmen vor.

20,9 % Unserer Mitarbeiter benötigen Fortbildungen zum Thema Digitalisierung.

20,9 % Wir benötigen mehr Informationen über den Zugang zu Fördermöglichkeiten.

18,6 % Wir sind auf der Suche nach einem geeigneten externen Partner.

2,3 % Andere

Nutzen Sie Vorgänge, bei denen wenige oder gar keine Mitarbeiter beteiligt sind?

78,6 % Wir nutzen keine automatisierten Prozesse in dieser Form

7,1 % in der Produktion (Bsp.: Roboterarme montieren ein Bauteil)

4,8 % in der Personalabteilung (Bsp.: Vorauswahl von Bewerbern wird automatisch durchgeführt)

4,8 % beim Einkauf / SCM (Bsp.: Preisvergleiche werden automatisch durchgeführt)

4,8 % Andere

2,4 % beim Kundenkontakt / CRM (Bsp.: Wir haben einen Chatbot auf unserer Homepage im Einsatz)

Welche Vorteile erwarten Sie von der Digitalisierung in Ihrem Unternehmen?

54,1 % Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit

37,8 % Fehlerreduktion in Prozessen (z. B. in der Produktion)

32,4 % Einbindung und Erweiterung automatischer Prozesse

27,0 % Neue Produkte / Dienstleistungen / Geschäftsmodelle

21,6 % Andere (Davon 4x “Keine”)

Hat Ihr Unternehmen Fördergelder zur Digitalisierung bereits in Anspruch
genommen?

Sind Sie mit den derzeitigen Fördermaßnahmen zufrieden?

Welche Förderungen würden Sie sich verstärkt wünschen?

58,8 % Allgemeine Förderungen (z. B. Verringerung der Steuerlast)

32,4 % Förderungen zur Durchführung von Projekten (z. B. durch Kooperation mit Forschungsinstitut)

26,5 % Förderungen zur Forschung und Entwicklung (z. B. Bereitstellen von Technologien, Finanzierung)

26,5 % Kompetenzaufbau (z. B. durch Innovationsgutscheinen)

11,8 % Andere

 

 

Bereitstellung der Rohdaten

Sie möchten mit meinen Daten eigene Auswertungen betreiben oder die Quelle untersuchen? Bitte kontaktieren Sie mich: jere0013@stud.hs-kl.de

Erste Auswertungen des Fragebogens finden sie unter: http://smart-machines.hs-kl.de/projekte/wipod/auswertung-des-fragebogens

Studien und andere Quellen

Die ausgewerteten Studien finden sie hier:  http://smart-machines.hs-kl.de/projekte/wipod/studien-und-weitere-quellen/ ‎

Fachinterviews

Im Rahmen dieser Studie werden Fachinterviews durchgeführt um an fachlicher Tiefe zu gewinnen und fundierte Aussagen treffen zu können.

An der Studie haben 51 Unternehmen teilgenommen, die keine Fördermaßnahmen erhalten haben. Deshalb drängt sich die Frage nach den Gründen der Nichtinanspruchnahme von Fördermaßnahmen auf. Hat ihr Unternehmen bereits Fördermaßnahmen in Anspruch genommen? Ich würde mich freuen Sie interviewen zu dürfen und Ihre Perspektive/Ansichten zu hören.

Unterstützer der Studie

Diese Umfrage wird vom Arbeitskreis Smart Machines der Hochschule Kaiserslautern durchgeführt. Sie wird von mehreren Mitgliedern der Industrie und Fachverbände unterstützt. Diese sind unter anderen:
IHK Pfalz
Industrieverband Pfalzmetall
Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V.

Kontakt

Sie haben bereits jetzt Fragen, Anregungen oder wollen mich unterstützen? Treten Sie mit mir in Kontakt:

Jens Uwe Rey, cand. M. Sc.
Facebook: https://www.facebook.com/jens.uwe.rey
E-mail: jere0013@stud.hs-kl.de